Erfolgreiches Ausbildungsprojekt macht Schule

Berlin führte ebenfalls nach dem Beispiel der Steuerberaterkammer MV Berufsausbildung mit Abitur für Steuerfachangestellte ein

Die Steuerberaterkammer von Mecklenburg-Vorpommern startete vor fünf Jahren ein bundesweit neues Ausbildungsprojekt für den Nachwuchs: die Berufsausbildung mit Abitur für den Steuerfachangestellten.
"Es ist ein Erfolgsmodell geworden", betont Dr. Holger Stein, Präsident der Steuerberaterkammer in Mecklenburg-Vorpommern. Die Ausbildung vereine Theorie und Praxis und fördere kluge Köpfe. Nach dem Realschulabschluss können junge Menschen eine vierjährige Ausbildung zum Steuerfachangestellten mit Abitur beginnen. Wer sofort ein Studium anschließe, sei als 26-Jähriger bereits Steuerberater. Das ist in Deutschland bislang einmalig.

Inzwischen macht das Projekt Schule. "Das Bundesland Berlin hat die Ausbildung nach dem Beispiel von Mecklenburg-Vorpommern ebenfalls eingeführt und auch andere Bundesländer denken nun darüber nach" sagt Dr. Stein. In Mecklenburg-Vorpommern bekommt in wenigen Tagen (10. September) der zweite Jahrgang im Rostocker Trihotel seine Ausbildungszeugnisse.

Entstanden war die Idee, weil die Steuerberaterkammer nach "kreativen Lösungen" für ihre Probleme suchte. Die neu ins Leben gerufene "Ausbildungskette" biete jungen Leuten einerseits große Chancen auf einen ansprechenden und sicheren Beruf mit Zukunft und helfe andererseits, die im Land dringend benötigten Finanz- und Steuerexperten selbst auszubilden, sagt Dr. Stein. Denn mit 826 Steuerberaterinnen und Steuerberatern sowie Steuerberatungsgesellschaften besitzt das Bundesland noch immer mit Abstand die geringste Zahl dieser Fachleute.

Das ist nicht nur der schwachen Wirtschaft geschuldet, erklärt der Präsident der Steuerberaterkammer. Vor 20 Jahren musste sich der Berufsstand der Steuerfachleute in Mecklenburg-Vorpommern vollkommen neu etablieren, er existierte in der DDR nach dem Zweiten Weltkrieg so gut wie nicht mehr. Mit zehn Helfern in Steuersachen begann 1989 die engagierte Aufbauarbeit. Der Rostocker Dr. Holger Stein gehörte in den 90er Jahren als promovierter Ökonom zu den ersten Steuerberatern aus dem Land. "Vielfach wird unterschätzt, welche komplexen Aufgaben Steuerberater haben. Sie sind in erster Linie Unternehmensberater und helfen, stabile Wirtschaftsstrukturen zu schaffen", sagt Stein. Eine sachgerecht erstellte finanzielle Bilanz sei noch immer die Grundlage jeder tragfähigen Investition. Steuer- und Finanzexperten werden dringend in Mecklenburg-Vorpommern benötigt, um den Standort wirtschaftlich voranzubringen. Das Ausbildungsprojekt wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und aus Landesmitteln gefördert.
Informationen zur Ausbildung auf der Internetseite: www.steuer-abi.de

Pressemitteilung
Steuerberaterkammer
Mecklenburg-Vorpommern

Öffentlichkeitsarbeit:
Anette Pröber
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