Chronisch schlechter Schlaf erhöht Risiko für Herzerkrankungen

Pressemitteilung
Klinikum Karlsburg
Herz- und Diabeteszentrum
Mecklenburg-Vorpommern


In Mecklenburg-Vorpommern haben 65.000 Erwerbstätige schwere Schlafstörungen. In der Region Ostvorpommern sind es rund 4000 Menschen, in der Region Greifswald allein 3000. Das ergab eine DAK-Bevölkerungsbefragung in Mecklenburg-Vorpommern. "Jeder zweite Berufstätige kennt gelegentliche Einschlaf- und Durchschlafprobleme, quält sich durch seinen Arbeitsalltag", sagt Uta Reich, die Leiterin der DAK-Servicestelle Greifswald auf einer Pressekonferenz im Klinikum Karlsburg.
Als Ursachen gaben die Betroffenen Stress und hohe Belastungen an. Als weitere Gründe für einen gestörten Schlaf nannten die Befragten Schmerzen und Lärm. 70 Prozent aller Betroffenen waren allerdings noch nie wegen ihrer gesundheitlichen Probleme bei einem Arzt.
"Schlafprobleme werden oft unterschätzt. Dabei erhöht chronisch schlechter Schlaf die Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen", betont Prof. Dr. med. Wolfgang Motz, Ärztlicher Direktor des Klinikums Karlsburg. Er rät dringend davon ab, auf eigene Faust über einen längeren Zeitraum Schlafmedikamente zu sich zu nehmen. Hinter den Schlafstörungen, so meint der Herzspezialist, könne sich auch ein organischer Schaden verbergen. Nur ein Mediziner könne die wahren Ursachen des Problems abklären.
Das Schlafapnoe-Syndrom ist die häufigste organisch begründete schlafbezogene Atmungsstörung. Schätzungen gehen von derzeit 2 Millionen behandlungsbedürftigen Patienten in Deutschland aus.
Das Schlafapnoe-Syndrom ist ein Beschwerdebild, das durch Atemstillstände während des Schlafs verursacht wird. Die krankhaften Atemstillstände dauern länger als 10 Sekunden an und schränken die Sauerstoffversorgung ein, was schließlich zu wiederholten Aufweckreaktionen führt. Der Schlafrhythmus ist stark gestört und der Patient leidet in der Folge unter Tagesmüdigkeit. Bleibt die Schlafapnoe unbehandelt, können Herz-Kreislauferkrankungen wie Bluthochdruck, Herzinfarkte, Schlaganfälle und der plötzliche Herztod eintreten. Häufig leiden Patienten auch an Depressionen und Stress-Erkrankungen wie Magengeschwüre und Tinnitus. Beschrieben wird auch ein Zusammenhang mit dem Auftreten von Diabetes mellitus Typ II.
Zu den Risikofaktoren, die Schlafapnoe begünstigen, zählen: Übergewicht, eine Behinderung der Nasenatmung, bespielsweise durch Polypen, vergrößerte Rachenmandeln, die Erschlaffung der Rachenmuskulatur, angeborene Fehlbildungen und Fehlstellungen des Unterkiefers sowie Alkoholkonsum und Schlafmittel.
Als Therapie empfiehlt Prof. Dr. Wolfgang Motz alle Faktoren, die eine Schlafapnoe begünstigen, zu vermeiden. Besonders ratsam sei, den Lebensstil zu ändern. So hat sich herausgestellt, dass bei Übergewichtigen eine Gewichtsabnahme von 20 Prozent den Apnoe-Index um die Hälfte senken kann. Geraten wird zu regelmäßigen Schlafenszeiten und zur Seitenlage im Schlaf. Ebenfalls empfehlenswert ist es, vor dem Schlafen auf schwere Mahlzeiten und Alkohol zu verzichten. Manchmal tritt nach diesen Maßnahmen schon eine Besserung ein. Falls dieses nicht der Fall ist, kann ein Atemtherapiegerät (Nasen- oder Vollgesichtsmaske) eingesetzt werden, um die nächtliche Atmung durch einen Druckausgleich zu regulieren. Diese Therapie hat bei 90 Prozent der Patienten Erfolg.

Öffentlichkeitsarbeit:
Anette Pröber
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