Feierliche Berufszulassung junger Steuerberater des Landes Mecklenburg-Vorpommern

13 der 14 neuen Steuerberater sind weiblich, schafften einen der schwierigsten Berufseignungstests

Geschafft! 14 junge Steuerberater des Landes Mecklenburg-Vorpommern haben ihre Berufszulassung erworben. Sie erhielten im Rostocker Hotel ?Neptun? ihre Bestellungsurkunden. Die wertvollen Papiere wurden überreicht vom Präsidenten der Steuerberaterkammer Mecklenburg-Vorpommern Dr. Holger Stein und von Günter Engelhardt, der für das Finanzministerium im Prüfungsausschuss saß.

Hinter den neu bestellten Steuerberatern liegt ein anspruchsvoller und zum Teil langjähriger Ausbildungs- und Berufsweg, der jetzt mit der bestandenen Berufszulassungs-Prüfung einen vorläufigen Höhepunkt erfahren hat. Denn diese Prüfung gilt als eine der schwierigsten Berufszulassungs-Tests in Deutschland, wie Präsident Dr. Holger Stein betont. Das erkläre sich aus der Verantwortung, die ein Steuerberater gegenüber seinen Mandanten besitze, die er in allen steuerlichen und wirtschaftlichen Fragen berät. ?Der Steuerberater arbeitet unabhängig und eigenverantwortlich. Er hat eine besondere Vertrauensstellung gegenüber dem Mandanten und dem Staat, die auf der gesetzlich geschützten beruflichen Verschwiegenheit und der detaillierten Kenntnis der wirtschaftlichen und persönlichen Verhältnisse der Mandanten basiert.?

Im Land Mecklenburg-Vorpommern arbeiten derzeit 851 Steuerberater und Steuerberaterinnen. 495 von ihnen sind im Zeitraum von 1992 bis 2010 im Land neu bestellt worden. Der Anteil der Frauen beträgt 42,9 Prozent und liegt damit deutlich über dem Durchschnitt von 30 Prozent in den alten Bundesländern. Von den 14 neuen Steuerberatern in Mecklenburg-Vorpommern sind 13 weiblich. Der hohe Frauenanteil im Nordosten erkläre sich aus der Tradition, dass viele Frauen im Osten ein ökonomisches Studium absolvierten und in dem Beruf erfolgreich arbeiteten, sagt der Geschäftsführer der Steuerberaterkammer des Landes Jörg Hähnlein.

Die Voraussetzung für die Steuerberaterprüfung kann auf zwei Wegen erreicht werden: Zum einen durch den Abschluss eines wirtschaftlichen oder rechtswissenschaftlichen Hochschulstudiums und eine anschließende berufspraktische Arbeit im Steuerfachgebiet und zum anderen durch eine kaufmännische Ausbildung und eine folgende mindestens zehnjährige praktische Arbeit im Steuerrecht.
Wie hoch die Prüfungsanforderungen gesteckt sind, verdeutlicht die bundesweite Quote von rund 50 Prozent an Kandidaten, die die Berufszulassungs-Prüfung zum Steuerberater nicht schaffen.

Das Interesse an gut ausgebildeten Steuerberatern ist in Mecklenburg-Vorpommern groß, unterstreicht Geschäftsführer Hähnlein. Deshalb hat die Steuerberaterkammer Mecklenburg-Vorpommern eine Berufsausbildung mit Abitur ins Leben gerufen. "Wir bieten Schülern mit dem Abschluss der Klasse 10 eine vierjährige Ausbildung zum Steuerfachangestellten mit Abitur. Wer anschließend vier Jahre studiert und zwei Jahre berufspraktisch arbeitet, kann mit 26 Jahren seine Prüfung zum Steuerberater ablegen." Das neue Ausbildungsmodell macht in Deutschland Furore und wurde bereits vom Bundesland Berlin übernommen.

Pressemitteilung
Steuerberaterkammer
Mecklenburg-Vorpommern