Zwischen Tradition und Moderne - Grand Hotel Moderne Ahrenshoop verwöhnt mit regionalen Produkten

Von Anette Pröber

Leise erklingt Musik im großzügig und puristisch gestalteten Eingangsbereich des "Grand Hotel Moderne Ahrenshoop". Die blankpolierten Äpfel auf dem Tresen leuchten einladend. Eine freundliche junge Dame fragt nach den Wünschen. Dann bittet sie die Gäste zwei Stufen in das CafĂ© des Hauses. Über zwanzig Meter erstreckt sich ein Panoramafenster, das einen wunderschönen Blick auf die Ostsee bietet. "Wie früher, nur viel schöner", lächelt eine alte Dame und genießt ein Tässchen Tee, während der Wind draußen die Dünen zaust.
Erst seit Juni 2010 empfängt Ahrenshoop wieder Gäste in seinem Kurhaus, das auf dem Schifferberg eine lange Tradition besitzt. Bereits 1891 war hier das erste Hotel eröffnet worden, das ab 1920 "Kurhaus" hieß. Es bot damals vor allem Künstlern einen Ort der Erholung und Inspiration. Der alte Fischer- und Seefahrerort zog die Maler aus den Großstädten magisch an, die um1900 in Ahrenshoop eine Künstlerkolonie gründeten. Heute ziert der Schriftzug "Kurhaus" ein neu gebautes Hotel mit 80 Zimmern und Suiten.
Hoteldirektorin Jutta Arnold wünscht sich, an alte Traditionen anzuknüpfen. Sie will vor allem den kulturinteressierten Gast willkommen heißen, der die Halbinsel entdecken möchte. Die zahlreichen Künstler der Region lädt sie ein, mit ihren Werken dem Haus ein besonderes Flair zu geben. Immerhin besitzt der Ort mit seinen 800 Einwohnern rund ein Dutzend Galerien, Ausstellungen, Ateliers und bald sogar ein Kunstmuseum.
"Zwischen Tradition und Moderne wollen wir den Spagat wagen und uns zu einem Leuchtturm in der Hotellerie entwickeln", beschreibt die 42-jährige Chefin ihr Konzept. Jutta Arnold hat das Hotelfach von der Pike auf gelernt. Sie stand schon an der Spitze vom Travel Charme Strandhotel Zinnowitz oder dem Aquamaris in Juliusruh. Natürlich gehöre zu einem Haus gehobener Klasse eine gute Küche. Mit dem Koch Eric Popp, der internationale Erfahrung besitze, sei ein Glücksgriff gelungen. Schon bald werde man in den Wettbewerb um Kochlöffel, Kochmützen und Hauben treten, lächelt die junge Frau.
Die Darßer Bouillabaise mit heimischen Fischen oder das gedünstete Filet vom weißen Heilbutt - der Gast hat die Qual der Wahl. Vor allem Regionales zaubert die Küche. Nur exquisite, frische Lebensmittel kommen auf den Tisch, verspricht die Chefin. Lange habe sich ihr Team umgeschaut, um Bäcker, Fischer und Landwirtschaftsbetriebe aus der Region als Zulieferer zu gewinnen. "Bei uns kommt das Rindersteak vom Gut Darß und schmeckt köstlicher als aus Argentinien", sagt Jutta Arnold. Bereits Kult ist bei den Gästen die "Kurhaustorte", eine erlesene Schokoladen-Kreation der Kurhaus-Konditorin. Jedes Stück dieser Torte sei eine Sünde wert, schwärmt die Hoteldirektorin. Sie freue sich, dass ihre Mitarbeiter viele eigene Ideen entwickelten.
Im rund 3000 Quadratmeter großen Kurhaus SPA laden verschiedene Saunen, Dampf-, Rasul- und Hamam-Bäder sowie ein großes Schwimmbad zum Innehalten und Kraftschöpfen ein. "Unser Angebot richtet sich auch an die Gäste der umliegenden Pensionen, die bei uns ihre Seele baumeln lassen können", sagt Jutta Arnold.
Besonders am Herzen liegt der Managerin der Servicegedanke. "Für mich ist das Wichtigste, dass die Mitarbeiter dem Gast mit Freundlichkeit und einem Lächeln begegnen", erklärt Jutta Arnold. Gern stelle sie weitere qualifizierte und hochmotivierte Teamarbeiter ein. Ein übertarifliches Gehalt für Mecklenburg-Vorpommern sei dabei für das Grand Hotel selbstverständlich, das zu einer erstklassigen Adresse in Deutschland werden will. "Ich denke, dass aber nicht nur das Geld lockt. Hier im Kurhaus haben wir Visionen und das schmiedet zusammen."