100 Jahre Rostocker Köste

Am 24. Februar feiert die Rostocker Kaufmannschaft ein großes historisches Jubiläum / Auf der Festveranstaltung wird eine Spende von 30.000 Euro an die Kunsthalle Rostock übergeben.

Der Verein der "Jahresköste der Kaufmannschaft zu Rostock e. V. " feiert
am 24. Februar bei einer Festveranstaltung in der Rostocker Kunsthalle das 100. Jubiläum der neuzeitlichen Köste. Im Jahr 1911 trafen sich erstmals wieder Rostocker Kaufleute, um sich bei einem festlichen Mahl - der sogenannten Jahresköste - auszutauschen. Trotz aller wirtschaftlichen Konkurrenz sollte das Miteinander für den gemeinsamen Standort im Vordergrund stehen. Sie knüpften damit an mittelalterliche, hanseatische Traditionen an.

Heute ist die Rostocker Köste nach jahrzehntelanger Zwangspause wieder ein gesellschaftliches Ereignis, das jährlich am ersten Freitag nach dem Erntedankfest nach immer gleichem Ritual stattfindet. Gutes Essen und gute Reden dienen dem Zweck, Kontakte zwischen Geschäftsleuten zu vertiefen und Spenden zu sammeln.

"Dieses bürgerliche Engagement für die Gesellschaft haben Rostocker Geschäftsleute 1994 erneut aufleben lassen. Denn zu den guten hanseatischen Traditionen der Rostocker Kaufmannschaft gehört es, soziale Verantwortung zu übernehmen", erklärt Reinhard Wolfgramm. Der Geschäftsführer der Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung, Stadtentwicklung und Wohnungsbau mbH (RGS) fungiert in diesem Jahr als gewählter "Öllermann" der Kaufmannschaft. Er unterstreicht: "Die heute über 100 Mitglieder des Vereins wollen nicht nur gemeinsam den Wirtschaftsstandort Rostock stärken, sie setzen sich auch für den Erhalt der kulturellen Werte ein und helfen, das soziale Gewissen zu entwickeln." Als wirtschaftliches Rückgrat der Stadt sehe sich die Kaufmannschaft in der Pflicht für die Gesellschaft.

Als Öllermann freut sich Wolfgramm besonders darüber, auf der Festveranstaltung am 24. Februar an den Verein der Freunde der Kunsthalle Rostock 30.000 Euro zu übergeben. Das Geld wurde von den Mitgliedern der Jahresköste 2010 gespendet und soll zum Bau von Parkplätzen an der Kunsthalle verwandt werden.

Prof. Dr. Ingo Richter von der Universität Rostock, der im Laufe der Jahre nach der Wiedervereinigung entscheidend dazu beitrug, die Jahresköste dem Vergessen zu entreißen, wird auf der Festveranstaltung etwas zur Geschichte sagen. "Es gibt große historische Vorbilder für die Fürsorgeverpflichtungen der Kaufmannschaft. Die Wurzeln reichen bis ins 14. Jahrhundert zurück, finden sich in der Schiffergesellschaft ebenso wie in Kaufmannsgilden und Handwerkerzünften."

Die Jahresköste der Kaufmannschaft Rostock hat mit großzügigen Spenden seit1994 unter anderem geholfen, das Stiftungsgemälde im Kloster zum Heiligen Kreuz, das Slüterdenkmal, den John-Brinckman-Brunnen und den Gustav-Adolf-Saal in der Petrikirche zu restaurieren.

In diesem Jahr werden neben der Hauptspende von 30.000 Euro für die Kunsthalle weitere 35.000 Euro an acht Spendenempfänger ausgereicht. Auch diese sind bei der Festveranstaltung anwesend. So erhalten beispielsweise die Freiwillige Feuerwehr Stadtmitte 3500 Euro für die Jugendarbeit und die Compagnie de Com├ędie 3000 Euro für die Ausstattung mit leistungsfähiger Mikrofontechnik. 10.000 Euro werden bereitgestellt zur Restaurierung des Grab-Obelisken des bekannten Rostocker Kaufmanns Friedrich Witte im Lindenpark.



Mehr Infos unter: www.jahreskoeste.de
Festveranstaltung 24. Februar in der Kunsthalle Rostock: Beginn 18.30 Uhr

Öffentlichkeitsarbeit:
Anette Pröber
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