Herzkatheterlabor mit modernster Bildgebungstechnik übergeben

Im Klinikum Karlsburg wurde am 17. Februar ein neues Herzkatheterlabor mit modernster Bildgebungstechnik übergeben. Nach der Modernisierung von zwei Herzkatheter-Sälen im Jahr 2006 und 2010 folgte in diesem Jahr der Umbau des dritten Herzkatheterlabors. Dafür wurden fast eine Million Euro investiert. "Ich bin stolz darauf, dass wir es geschafft haben, in Karlsburg eine zeitgemäße Herzversorgung zu entwickeln. Hier in Vorpommern können wir Patienten modernste Hochleistungs-Medizin anbieten, die mit den Einrichtungen in den großen Ballungszentren Deutschlands mithalten kann", betont Prof. Dr. Wolfgang Motz, Ärztlicher Direktor des Klinikums Karlsburg.

Das neue Herzkatheterlabor ist mit einem Large-Display der Artis-zee-Serie von Siemens ausgestattet. Mit dieser 56-Zoll-Bildschirm-Technik kann eine extrem hohe Auflösung der Bilder erreicht werden - das Vierfache des HD-Standards. "Das bedeutet für die behandelnden Ärzte, dass sie feinste Gefäßstrukturen am Herzen und den Herzkranzgefäßen noch deutlicher erkennen können", erklärt Prof. Dr. Wolfgang Motz.
Außerdem könnten Bilder von verschiedenen Quellen gleichzeitig für die Befundung genutzt werden. Die verbesserte bildliche Darstellung gibt den Herzspezialisten mehr Sicherheit bei allen Entscheidungen. "Ein Koronarstent muss auf den Millimeter genau platziert werden", betont Prof. Motz. Deshalb bedeute die exellente Bildgebung für den Patienten "Spitzenqualität".

Damit besitzt das Klinikum Karlsburg drei hochmoderne Herzkatheterlabore sowie einen Hybrid-OP-Saal für jährlich rund 3500 diagnostische und 1000 interventionelle Eingriffe am Herzen. Rund um die Uhr stehen Spezialisten in Karlsburg zur Verfügung, um bei einem akuten Myokardinfarkt oder anderen schweren Herz-Erkrankungen sofort helfen zu können. Das Klinikum Karlsburg ist in Mecklenburg-Vorpommern die derzeit einzige Klinik, die das Zertifikat "Chest pain unit" (übersetzt: Abteilung für Brustschmerz) besitzt. Dieses Qualitätssiegel vergibt die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie und Herzkreislaufforschung e. V. nach umfassender Prüfung der hohen deutschen Standards zur Notfallversorgung. Schreiben die Leitlinien beispielsweise für Notfallpatienten eine Untersuchung und Versorgung innerhalb von 90 Minuten vor, wird in Karlsburg diese Zeit noch deutlich unterschritten, sie liegt bei 30 bis 45 Minuten.


Mit dem Umbau aller drei Herzkatheterlabore wurde den hohen Ansprüchen des Klinikums an eine moderne und optimale Versorgung von Herzpatienten Rechnung getragen. Mögliche Risikofaktoren bei der Behandlung wurden weiter minimiert. Dazu gehört beispielsweise auch der Einbau eines Batteriesystems zur Stromversorgung in den Herzkatheterlaboren. Bei einem Stromausfall wird es künftig keine noch so kleine Unterbrechung geben, die Computer abstürzen lassen könnte. Die Batterien sorgen für den störungsfreien Übergang zur Versorgung durch das Notstromaggregat.

Das neue Herzkatheterlabor erstrahlt außerdem in angenehm warmen Farben. Im Hintergrund erklingt beruhigende Musik, um dem Patienten, der die Behandlung im wachen Zustand erlebt, etwas von seiner Angst zu nehmen. "Was für uns Ärzte Alltag ist, ist für den Patienten eine Ausnahmesituation. Darauf stellen wir uns bewusst ein", sagt Prof. Motz.