Kraftsport nach Herzinfarkt in der Curschmann Klinik

"Die Arbeit mit den Gewichten tut mir gut. Ich fühle mich wieder leistungsfähiger", sagt der Hamburger Fred Jelitto und drückt im gleichmäßigen Tempo die Gewichte am Butterfly-Gerät. Der 58-Jährige trainiert im Kraftsportraum der Curschmann Klinik in Timmendorfer Strand. Er hatte vor wenigen Wochen einen Herzinfarkt, ein einschneidendes Erlebnis, wie er sagt. Zwei weitere Herzinfarkt-Patienten schaffen sich an anderen Geräten. Die 77-jährige Karin Studt bewältigt gerade das fünfminütige Aufwärmprogramm auf dem Rad und der 70-jährige Klaus Möter übt seine Koordinationsfähigkeiten auf dem Posturomed, einer über dem Boden schwebenden quadratischen Scheibe, auf der das Gleichgewicht auszubalancieren ist. "Eine wackelige Angelegenheit, die viel Spaß macht", sagt er. Ein Kraftsportprogramm für Herzpatienten?

"Noch vor einigen Jahren wäre das undenkbar gewesen", meint Dr. Thomas Lenk, Chefarzt der Curschmann Klinik in Timmendorfer Strand. Inzwischen sei jedoch wissenschaftlich bewiesen, dass das Krafttraining nicht schade, im Gegenteil viele positive Effekte bringe. Es fördert die Muskulatur und verbessert die Stoffwechselsituation. Auch die Frakturwahrscheinlichkeit sinkt beim regelmäßigen Üben.
"Schon während des Aufenthaltes bei uns in der Klinik ist durch das Sportprogramm eine Steigerung der Leistungsfähigkeit nachweisbar", sagt Dr. Lenk. "Wir sind froh, den Patienten dieses neue Kraftsportangebot machen zu können. Natürlich unter fachkundiger Anleitung."
Besonders großen Wert legt Sporttherapeutin Christina Dittus auf die Ausdauer bei den Übungen. "Besser ist es, mit kleineren Gewichten zu arbeiten, dafür aber das Programm häufiger zu wiederholen." Sehr individuell legt die Spezialistin die Ziele für die Patienten fest, niemand soll sich überanstrengen. Die Freude am Sport muss überwiegen. "Ich finde es gut, dass der Patient hier in der Klinik sehr verschiedene Sportangebote ausprobieren kann. Ob Nordic Walking, Radfahren, Schwimmen, Spazierengehen oder Kraftsport, sicher findet jeder etwas für sich", meint Fred Jelitto. Im Beruf stark engagiert, will er künftig sehr bewusst mit Stresssituationen umgehen. "Ich habe viel über ein gesundes Leben gelernt. Ich werde meine Ernährung umstellen und im Alltag öfter auch mal Nein sagen, damit mir nichts über den Kopf wächst", meint Jelitto, dessen Reha-Kur in wenigen Tagen abgeschlossen ist. "Ich werde versuchen, weiter Kraftsport zu treiben. Ich will nicht aussehen wie Arnold Schwarzenegger, aber einfach besser fit sein."

Diabetesbehandlung hat eine 80-jährige Tradition in Karlsburg

Im Volksmund heißt der Diabetes mellitus schlicht Zuckerkrankheit, weil bei dieser Stoffwechselerkrankung die Überzuckerung des Blutes zum Befund gehört. An der großen Volkskrankheit leiden in Deutschland fast zehn Millionen Menschen und es werden immer mehr. "Begünstigt wird die Zunahme des Altersdiabetes durch eine Lebensweise, die Bewegungsmangel und eine ungesunde Ernährung kennzeichnen", sagt Prof. Dr. Wolfgang Kerner, Direktor der Diabetesklinik Karlsburg. Der erfahrene Spezialist arbeitet an historischer Stätte, dort, wo einst die Diabetologie mitbegründet wurde.
Der Greifswalder Internist und Wissenschaftler Prof. Dr. Gerhardt Katsch (1887 - 1961) hatte in den kleinen vorpommerschen Orten Garz und Karlsburg Pionierarbeit geleistet. Bereits 1930 richtete Katsch in Garz das erste deutsche Diabetikerheim ein und sorgte sieben Jahre später mit seinen "Garzer Thesen" zur Therapie und Rehabilitation der Patienten für Aufsehen. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges nutzte Katsch dann das Schloss Karlsburg zur Betreuung seiner Patienten und für umfangreiche begleitende Forschungen. Im Jahr 1954 wurde gleich nebenan ein neues Klinikgebäude eingeweiht, das die Bedingungen für Patienten und Ärzte enorm verbesserte. Der Mediziner legte mit seiner Arbeit den Grundstein dafür, dass der kleine Ort in der Nähe von Greifswald zu einer namhaften deutschen Behandlungs- und Forschungsstätte für diabetische Erkrankungen wurde. In Karlsburg wurde am 15. Oktober 1969 zum ersten Mal in Europa ein Diabetespatient mit einer Blutwäsche behandelt. Einzigartig war auch die Betreuung werdender Mütter mit Diabetes in Karlsburg. Lag die Geburtssterblichkeit bei Kindern diabetischer Mütter vor dem Zweiten Weltkrieg noch bei rund 50 Prozent, war sie in Karlsburg zum Ende der 50er Jahre auf rund zehn Prozent gesunken und betrug Ende der 1980er Jahre 1,4 Prozent. Von 1952 bis 1989 kamen insgesamt etwa 3750 Kinder diabetischer Mütter in Karlsburg zur Welt.
Die Diabetesklinik Karlsburg hat in den 90er Jahren nach Übernahme durch die Dr. Guth Gruppe aus Hamburg eine umfangreiche Renovierung und Modernisierung erfahren. Ein erfahrenes Ärzteteam behandelt Diabetiker nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen.Von großem Vorteil ist es dabei, dass zum Klinikkomplex das modernste und größte Herzzentrum des Landes Mecklenburg-Vorpommerns gehört.
Denn Diabetes geht sehr häufig mit Herz-Kreislauferkrankungen einher.
Spezialklinik für diabetische Kinder
organisiert Ferienkurse

Besonders als Spezialklinik für Kinder und Jugendliche mit Diabetes hat die Klinik heute einen guten Ruf weit über die Landesgrenzen Mecklenburg-Vorpommerns hinaus. "Gerade für die jungen Typ-1-Diabetiker ist es wichtig, dass ihr Stoffwechsel während eines längeren Klinikaufenthaltes gut eingestellt wird. Die Krankheit ist zwar nicht heilbar, aber gut behandelbar. Wer gesund und diszipliniert lebt, hat große Chancen ohne schwere Komplikationen alt zu werden", sagt Prof. Dr. Kerner.
In seinem Haus hat sich das gesamte Team aus Ärzten, Schwestern und Pflegern auf die jungen Patienten eingestellt. Einfühlsam und spielerisch zeigen sie den Kindern, was sie über ihre Krankheit wissen müssen. In dem hellen, modernen Klinikgebäude gibt es Schulungs- und Spielräume, eine Diätküche und Familienzimmer. "Besteht der Wunsch der Eltern, werden sie selbstverständlich mit aufgenommen und mit geschult. Das ist bei der Manifestation des Diabetes oder bei Therapie-Umstellungen sehr sinnvoll", erklärt Prof. Kerner.
Jedes Jahr im Sommer kommen Kinder aus der ganzen Republik, um sich in Karlsburg gründlich untersuchen und behandeln zu lassen. Die Blutzuckerwerte werden dann überprüft und optimiert und es gibt viele kindgerechte Tipps für ein Leben mit Diabetes. Das alles in einer angenehmen Umgebung und Atmosphäre, die viele Freizeitaktivitäten einschließt. So bleibt Zeit für Strandbesuche, das besondere Kinoerlebnis oder den Grillabend. Alles fast wie in einem richtigen Ferienlager.

Infos für Eltern mit diabetischen Kindern:
Telefonisch: 038355-701679
oder 038355-701397
E-Mail: diabetologie.karlsburg@drguth.de
Ferienkurse 2010 in der Diabetesklinik Karlsburg
Kurs 1: 11. 07. 2010 ? 22. 07. 2010
Kurs 2: 25. 07. 2010 ? 05. 08. 2010