Der verkehrsgünstigste Weg muss nicht nennenswert schnell sein

Pressemitteilung
Steuerberaterverband
Mecklenburg-Vorpommern
Ostseeallee 40
18107 Rostock


Neue Urteile zur Entfernungspauschale

Grundsätzlich ist für die Entfernungspauschale in der Steuererklärung der kürzeste Weg zwischen Wohnung und Arbeitsstätte zu berücksichtigen. Es darf nur dann eine etwas längere Strecke für die Pauschale zu Grunde gelegt werden, wenn diese Verbindung 'offensichtlich verkehrsgünstiger' ist und der Arbeitnehmer sie regelmäßig nutzt. "Die Auslegung, was unter 'offensichtlich verkehrsgünstiger' zu verstehen ist, führte in der Vergangenheit häufig zu Streitereien", sagt Hans Sennewald, der Vorsitzende des Steuerberaterverbandes Mecklenburg-Vorpommern.
Der Ansicht der Finanzämter, die längere Strecke müsse mindestens eine Zeitersparnis von 20 Minuten einbringen, ist jetzt der Bundesfinanzhof mit zwei Urteilen (Az. VI R 19/11 und Az. VI R 46/10) entgegengetreten. Nach Ansicht der Richter müssten keine konkreten zeitlichen Vorgaben erfüllt sein, um eine Straßenverbindung als "offensichtlich verkehrsgünstiger" als die kürzeste Fahrtroute anzusehen. Vielmehr komme es auf die Umstände des Einzelfalls an. Als Kriterien seien beispielsweise die Streckenführung, die Schaltung von Ampeln oder ähnliches heranzuziehen. Somit kann auch eine verkehrsgünstigere Route angenommen werden, wenn dadurch keine nennenswerte Zeitersparnis erreicht werde. Letztlich müsse es sich bei der gewählten Verbindung auch nicht um die verkehrsgünstigste Strecke überhaupt handeln.
Der Steuerberaterverband Mecklenburg-Vorpommern rät Arbeitnehmern, die regelmäßig nicht die kürzeste Verbindung zum Arbeitsort nutzen, zu prüfen, ob die Aufwendungen für die tatsächliche Strecke jetzt als Werbungskosten angesetzt werden können.



Öffentlichkeitsarbeit
Anette Pröber
01723262318