Kanzlerin Merkel im Ausstellungssaal mit den Werken der Gründer der Künstlerkolonie.

Ahrenshoop feiert mit Bundeskanzlerin das neue Kunstmuseum

Ahrenshoop feiert sein neues, modernes Kunstmuseum mit einem Bürgertag. Erstmals dürfen heute die Einwohner des kleinen 700-Einwohner-Ortes auf der Halbinsel Fischland/Darß/Zingst hinter die Türen des goldglänzenden Architektenhauses schauen, das bereits seit Monaten aufgrund seiner metallenen Außenhaut für Gesprächsstoff sorgt.
Als Ehrengast dieses Softopenings, vierzehn Tage vor der offiziellen Einweihungsfeier, ist Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) per Hubschrauber auf einer nahegelegenen Pferdekoppel gelandet. Beinahe wäre sie in die glücksbringenden Pferdeäpfel getreten, erzählt sie lachend Andreas Völkner, dem Inhaber des zugehörigen Reiterhofs. Froh gelaunt plaudert sie beim Rundgang durch das Museum mit vielen der rund 300 Bürger. Das goldene Haus von Ahrenshoop hätte sich schon bis Berlin herumgesprochen, sagt sie.

Der Berliner Architekt Volker Staab, der die internationale Ausschreibung des Baus gewonnen hatte, erklärt der Kanzlerin kurz das Konzept des Hauses, das die Werke der über 120jährigen Geschichte der Künstlerkolonie modern ins rechte Licht setzen will. Mit großzügiger Gestaltung und Tageslichträumen. Der Museumskomplex solle bildhaft an ein Dorfensembles und die typisch rohrgedeckten Häuser der Region erinnern, aber auch Neuzeitliches ausstrahlen.

Guenter Roese, der Initiator des Museums und Vorsitzende des Freundeskreises führt die Kanzlerin durch die Räume, die noch weitgehend leer sind. Die Handwerker waren bis zuletzt am Wirken. Nur in einem Saal sind bereits Werke der Gründer der Künstlerkolonie gehängt. Hier finden sich Gemälde von Elisabeth von Eicken (1862 -1940) und Paul Müller Kaempff (1861-1941), die sich um 1892 und 1894 in Ahrenshoop niederließen. Viele Künstler folgten, entdeckten den Landstrich zwischen Ostsee und Bodden als ständigen Malerort oder nutzten ihn für Sommeraufenthalte. Darunter auch Lyonel Feininger, Paul Pechstein, George Grosz und Edmund Kesting. Das Museum will als Ausstellungs- Begegnungs- und Forschungszentrum die Geschichte der Künstlerkolonie vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart erzählen.

Die Ahrenshooper Stefanie und Volker Rogalski haben ihr Lieblingsbild schon entdeckt: "Gewitterstimmung über Ahrenshoop" von Carl Malchin aus dem Jahr 1917. Es zeigt unter anderem ihr eigenes Schilfhaus. "Wir lieben diese Küstenlandschaft, hier fühlen wir uns geborgen, seit Generationen", sagt Stefanie Rogalski.

"Es ist geschafft. Wer hätte 1990, als die Idee geboren wurde, an so ein Museum geglaubt?!", Bürgermeister Hans Götze ist froh und stolz zugleich. Er bedankt sich bei dem Förderverein mit 300 Mitstreitern, den 100 Stiftern, bei den vielen Bürgern und ehrenamtlichen Mitstreitern. "Das Projekt ist gelebte deutsche Einheit", betont Götze. Denn Menschen in ganz Deutschland hätten ihren Anteil an der Umsetzung.

Bundeskanzlerin Angela Merkel lobt ebenfalls das große bürgerschaftliche Engagement, das diesen 7,7 Millionen Euro Bau erst möglich gemacht hatte. Rund 2 Millionen davon waren durch Förderverein und Sponsoren aufgebracht worden, um den Rohbau zu errichten. "Sie sind mit ihren Vorleistungen volles Risiko gegangen. Ganz nach dem Motto: Das muss doch auch andere überzeugen. Und es hat überzeugt", betont sie und bezeichnet das Kunstmuseum als "Juwel", der über die Region hinaus ausstrahlen werde. Sie werde die Werbetrommel für das goldene Haus von Ahrenshoop rühren.

Anette Pröber
Ahrenshooper warten auf Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).





Begrüßung des Ehrengastes durch Guenter Roese, Vorsitzender des Fördervereins und Initiator des langjährigen Projektes Kunstmuseum.