Karlsburg baut modernes Diabetes-Innovationszentrum

Wirtschaftsminister Harry Glawe: Land fördert Neubau mit 8 Millionen Euro

Das Klinikum Karlsburg baut ein modernes Diabetes-Innovationszentrum. In dem neuen Gebäudekomplex werden insbesondere Diabetespatienten mit chronischen Wunden beste Bedingungen vorfinden und nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen therapiert. Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) überbrachte dieser Tage die Zusage des Landes, das Projekt mit acht Millionen Euro zu fördern. Das Gesamtinvestitionsvolumen beträgt neun Millionen Euro.
Mit dem einzigartigen Zentrum werden die Weichen dafür gestellt, dass das Klinikum Karlsburg bei der Behandlung des Diabetes mellitus und seiner Komplikationen seine führende Position deutschlandweit nachhaltig stärkt, sagte Klinikdirektor Prof. Dr. med. Wolfgang Motz. ?Wir werden die Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Einrichtungen vertiefen, um innovative Technik zu erproben und wissenschaftlich zu evaluieren?, betonte der Ärztliche Direktor. Beispielsweise soll die Plasmamedizin bei der Wundheilung zur Anwendung kommen. Ein weltweit neues medizinisches Forschungsgebiet.

Neue Methoden im Kampf
gegen Krankenhauskeime

Das Herz- und Diabeteszentrum werde außerdem mit dem Innovationszentrum dazu beitragen, wirksame Methoden gegen multiresistente Keime zu erproben. Denn Patienten mit diabetischen Füßen sind häufig extrem keimbelastet. In die Planungen für das dreigeschossige Gebäude fanden sowohl effektive Krankenhausabläufe als auch antibakterielle Materialien Eingang, um Krankenhauskeimen noch besser den Kampf anzusagen. Die Patienten werden in Einbettzimmern mit Schleusen untergebracht und können in einem modernen OP-Saal behandelt werden.
Wirtschaftsminister Glawe unterstrich beim Empfang, dass das Land die innovativen Anstrengungen um Krankenhaushygiene unterstützt. Das Projekt in Karlsburg habe ?Vorbildcharakter?. In Deutschland sterben jährlich rund 20.000 Menschen an Krankenhauskeimen.
Kooperationspartner für die angewandte Forschung sind das Greifswalder Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie und das Aktionsbündnis gegen multiresistente Bakterien HICARE. Intensiviert wird auch die Zusammenarbeit mit dem Diabetes-Institut "Gerhardt Katsch" in Karlsburg, das mit KADIS ein computergesteuertes Diabetes-Management-System entwickelte, das individuelle Therapien für Diabetespatienten optimieren hilft. ?Wir laden auch andere Partner aus Wissenschaft und Industrie ein, sich auf dem Campus Diabetes Karlsburg niederzulassen oder an Projekten zu beteiligen?, sagte Prof. Motz.
National wie international will Karlsburg ausstrahlen und mit der vorhandenen Spitzenmedizin auch ausländische Patienten gewinnen. ?Wir haben durchaus Kapazitäten und erste gute Kontakte in den arabischen Raum und nach Russland?, erklärte der Klinikchef. Das schaffe Arbeitsplätze und Zukunft für junge Menschen in der Region. Die Gesundheitswirtschaft in Vorpommern werde von dem Neubau nachhaltig profitieren. Davon zeigten sich auch der Bundestagsabgeordnete Matthias Lietz (CDU) und der Landtagspolitiker Bernd Schubert (CDU) überzeugt. Sie begrüßten die Entscheidung zur Förderung des Projekts. Schubert sprach von einem ?Glückstag für die Region und für Mecklenburg-Vorpommern?.

ANETTE PRÖBER



Spitzenmedizin für jährlich
10.000 Herz- und Diabetespatienten

Das Klinikum Karlsburg bietet seinen Patienten innovative Spitzenmedizin auf dem gesamten Gebiet der kardiovaskulären Medizin (Kardiologie, Angiologie, Herz- und Gefäßchirurgie) und allen Formen der Diabeteserkrankung inklusive Kinder- und Jugenddiabetes und seiner Begleiterkrankungen. Im Herz- und Diabeteszentrum werden jährlich ca. 10.000 Patienten stationär behandelt. Es werden 2500 Herz- und Gefäßoperationen und 5000 kardiologische Eingriffe vorgenommen. Rund 2500 Patienten des Typ1- und Typ 2-Diabetes - darunter Kinder und Jugendliche - erhalten eine stationäre Diabetesbehandlung. Im Klinikum sind rund 450 Mitarbeiter beschäftigt.
Infos: http://www.drguth.de/klinikum-karlsburg oder Greifswalder Straße 11, 17495 Karlsburg, Telefon: 038355-70-0; E-Mail: klinikum-karlsburg@drguth.de