Das Orchester kommt in die Schule

Philharmonie Mobil begeistert 150 Schüler der Schule am Alten Markt

Jeder Rostocker Schüler sollte einmal live die Norddeutsche Philharmonie erleben. Diese Idee von Peter Leonard, dem Intendanten des Rostocker Volkstheaters, findet seit ein paar Jahren begeisterten Zuspruch. Tausende Mädchen und Jungen erlebten mit ihren Schulklassen und Kindergartengruppen bereits außergewöhnliche Musikstunden. Ob als Gäste bei den Kinderkonzerten in der Hochschule für Musik und Theater, beim Kindermusikfest am Schwanenteich, im Orchesterprobenraum, bei den Konzerten für Teens in der Scandlines Arena oder bei der Philharmonie Mobil.
Die ?Philharmonie Mobil? ist ein Projekt, bei dem die Norddeutsche Philharmonie in kleiner Besetzung direkt in die Schulen und Einrichtungen kommt. ?Wer, wie wir die Musik liebt, möchte andere anstecken?, sagt Dirigent Hans-Christoph Borck. Besonders für Kinder sei es wichtig, das Gehör zu schulen und sich nicht nur mit Beats zuzudröhnen.
Diesmal ist das 20-köpfige Streicher- und Bläserensemble zu Gast in der Sporthalle der Schule am Alten Markt in Rostock und spielt vor rund 150 Schülern der 1. bis 4. Klassen.
?Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Kinder leicht für klassische Musik zu begeistern sind. Und die Atmosphäre ohne Bühnenkante schafft Nähe?, erklärt Martin Goffing, Kontrabassist der Norddeutschen Philharmonie. Das Orchester, so Goffing, habe sich viele altersgerechte, spielerische Elemente ausgedacht. ?Hier sitzt unser Konzertpublikum von morgen?, betont Goffing.
Eröffnet wird die Konzertstunde mit dem kleinen Stück Präludium aus Te Deum des französischen Komponisten Marc-Antoine Charpentier (1643 -1704), das heute als Fanfare bei Fernseh-Übertragungen im Rahmen der Eurovision verwendet wird. Die Aufmerksamkeit ist geweckt, neugierige Kinderaugen schauen auf den Dirigenten und Leiter Hans-Christoph Borck. Er erklärt den Grundschülern die Musikinstrumente in einem Orchester, und lässt die Musiker diese einzeln zu Gehör bringen. Die Kinder werden gefragt, welches Streichinstrument wohl die tiefsten Töne erzeugt und woran das liegen könnte. Die Antwort kennen die meisten
Die Blasinstrumente sind ? von der Flöte abgesehen - mit Namen weniger bekannt. Besonders schwer ist es für die Kleinsten, bei geschlossenen Augen die Instrumente zu erraten, die bei einem Stück mitgewirkt haben. Doch Hans-Christoph Borck baut ?musikalische Brücken? und findet Lob für kleinste Erfolge. Er freut sich sichtlich, dass die Mädchen und Jungen eifrig bei der Sache sind, den Melodien von Mozart, Schubert und Strauß lauschen.
Schulleiterin Beate Westphal von der Sprachförderschule am Alten Markt ist beeindruckt: ?Das Orchestererlebnis ist etwas ganz Besonderes. Das kann der Musikunterricht mit den Hörbeispielen von CD nicht leisten.? Sie möchte künftig an ihrer Schule noch mehr die musikalischen Kompetenzen fördern. Gerade für Kinder mit einem sprachlichen Handicap sei das wichtig, erzählt sie. Die Schüler der 1. Klasse ihrer Schule werden demnächst erstmals Flötenunterricht bekommen. ?Das fördert die Beweglichkeit von Lippen und Zunge und wird sich sicherlich sehr positiv auswirken?, meint Westphal.
Zum grandiosen Finale der besonderen Musikstunde gestaltet sich der Schluss. Einige Mutige dürfen vor das Orchester treten und dieses als Dirigent leiten.
ANETTE PRÖBER


Schulen und Kindereinrichtungen die sich für das Kinderprogramm der Norddeutschen Philharmonie interessieren, finden Informationen unter: www.volkstheater-rostock.de. Konzertdramaturgin Corina Wenke, Tel.: 0381-3814632 ( corina.wenke@rostock.de ) und Anne Scheel, Mitarbeiterin Besucherabteilung, Tel.: 0381-3814704, beraten gern.