Klinikum Karlsburg feiert 20. Jubiläum seiner Gründung

Die Marke "Karlsburg" steht seit über 80 Jahren für avantgardistische Diabetestherapien, seit zwei Jahrzehnten nun auch für moderne Herzmedizin. Die Hamburger Klinikgruppe Dr. Guth gründete 1994 das heutige Klinikum, zu dem die Kliniken für Kardiologie, Herzchirurgie, Anästhesie sowie Diabetes gehören.
Das Klinikum Karlsburg hat sich als Standort für Spitzenmedizin im Norden Deutschlands etabliert. Rund 10.000 Herz- und Diabetespatienten werden jährlich stationär betreut und genießen einen Standard, der sich international sehen lassen kann.
"Die Entscheidung für ein Herz- und Diabeteszentrum am Standort Karlsburg war goldrichtig", sagt rückblickend der ehemalige Sozialminister Klaus Gollert (FDP). Anfang der 90er Jahre hatte er viel Gegenwind erfahren, vor allem aus der Universitätsstadt Greifswald. Als Politiker stand der Chirurg, der in Wolgast einst die Poliklinik des Kreiskrankenhauses geleitet hatte, vor der Aufgabe, die Kliniklandschaft des neu geschaffenen Bundeslandes zu gestalten. Die Diabetes-Klinik Karlsburg war dem Land zugeschlagen worden, weil sie zu DDR-Zeiten eine überregionale Versorgungseinrichtung war. Nach der Wende blieben jedoch die Diabetespatienten aus und die Zukunft der Einrichtung war in Gefahr.
Mit dem Hamburger Mediziner Dr. Gerhard Guth kam zur rechten Zeit ein Visionär und Investor, der eine Klinik für Herzmedizin aufbauen wollte. Der Bedarf an herzchirurgischen Eingriffen war Anfang der 90er Jahre groß. Viele Patienten mussten in andere Bundesländer oder sogar ins Ausland reisen, um behandelt werden zu können. Allein die Uniklinik Rostock besaß zu dem Zeitpunkt eine Herzchirurgie. Eine Herzchirurgie an der Uniklinik Greifswald schloss die damalige Kultusministerin Steffi Schnoor (CDU) aus, um Konkurrenz zwischen Einrichtungen des Landes zu vermeiden. Deshalb bekam Dr. Guth in Karlsburg die Möglichkeit, eine zweite Herzchirurgie im Land zu schaffen. Unter der Voraussetzung, die diabetische Grundversorgung aufrecht zu erhalten.
So wurde im Oktober 1994 schließlich in Karlsburg der Grundstein für eine moderne Herzklinik gelegt. "Der Beginn war wirkliche Pionierarbeit", sagt Prof. Dr. Wolfgang Motz, Ärztlicher Direktor des Klinikums, und fügt hinzu: "Fortune ist mit im Spiel gewesen, das richtige Team für das Projekt zu finden." Der Hochdruckspezialist und Kardiologe Prof. Motz kam aus Düsseldorf, der erste Direktor der Herzchirurgie, Prof. Dr. Lothar Eckel, aus Frankfurt am Main. Für beide war es das Abenteuer ihres Lebens. In Karlsburg gab es keine eingespielten Krankenhausabläufe, kein routiniertes Team, nur eine engagierte Mannschaft, die Aufbauarbeit leisten wollte. Weil OP- und Intensivschwestern fehlten, wurde so manche Diabetes-Schwester im Crash-Kurs umgeschult. "Wir haben in der Bauphase der Klinik zunächst im OP-Container operiert. Einfach, um rasch helfen zu können", sagt Prof. Lothar Eckel. Rund 1000 Herzoperationen wurden von April 1995 bis August 1996 im OP-Container durchgeführt, bevor die neue Klinik eingeweiht wurde. Bei allen Problemen habe es ihn damals sehr gereizt, etwas Neues zu schaffen, eine Klinik nach modernsten Gesichtspunkten mitzugestalten. Heute ist Eckel im Ruhestand, hat den Staffelstab an Prof. Dr. Hans-Georg Wollert weitergereicht und sieht sein Aufbauwerk in guten Händen.
Klinikchef Prof. Dr. Wolfgang Motz schaut aus Anlass des Jubiläums auch in die Zukunft. "Die Vergangenheit ist das Vorspiel", erklärt er. Alles sei in ständiger Bewegung. So hätten die letzten Jahre die Herzmedizin nahezu revolutioniert. Durch neue medizinische Therapien würden die etablierten Fachbereiche Kardiologie und Herzchirurgie immer stärker miteinander verschmelzen. "In Karlsburg arbeiten wir interdisziplinär im Heartteam zusammen, um Patienten maßgeschneidert die beste individuelle Therapie anbieten zu können."
Auch für die Diabetespatienten werden sich die Bedingungen weiter verbessern. Schon in wenigen Wochen wird auf dem Campus der Grundstein für ein modernes Diabetes-Innovationszentrum gelegt. Das neue Zentrum mit 26 Betten wird Patienten mit Infektionen aufnehmen und höchsten hygienischen Standards entsprechen. Wissenschaftliche Einrichtungen werden mit ihren Laboren einziehen. Die angewandte wissenschaftliche Arbeit soll im Klinikum verstärkt werden. Geplant ist unter anderem eine Zusammenarbeit mit dem INP Greifswald in Sachen Plasmamedizin. Die Marke Karlsburg wird weiter an Strahlkraft gewinnen.